Theorie
Yoga und Laufen im
Sinne der Lauftherapie
Auszüge aus der Hausarbeit im Rahmen der
Yogalehrer-Basisausbildung
von Karin Severin-Lenz
Warum Laufen
und Yoga?
Wie bei allen Sportarten so ist es auch beim Laufen: Wenn ich
meinen Körper einseitig fordere kann es zu Verkürzungen der Muskulatur führen
und im schlimmsten Fall zu Beschwerden im und am Bewegungsapparat kommen. Bei
dem von mir angebotenene Lauftraining geht es insbesondere darum die Teilnehmer
wieder in Vertrauen zu ihrem Körper und zu ihren Fähigkeiten zu bringen. Es geht
nicht um Leistungssport und um Konkurrenz. In erster Linie geht es um den
Menschen mit seinen Bedürfnissen und mit seinen individuellen Voraussetzungen.
Dementsprechend kann ein Training nur sanft und allmählich vom Umfang her
gesteigert werden. Dem Körper sollte Zeit bleiben sich an die Forderungen des
Laufens zu gewöhnen und Muskeln und Sehnen können sich somit sachte in Bewegung
bringen und anpassen.
Gibt es hier eine Möglichkeit der Verbindung von
Yoga und Laufen?
Yoga fördert die körperliche und geistige
Bewegungsfähigkeit. Das Laufen bringt eine neue Dynamik in das Leben und bietet
die Möglichkeit neue Wege zu gehen.
Gemeinsame Schnittpunkte
Sowohl
beim Yoga als auch beim Laufen gilt es sich auf seinen Körper einzulassen, ihm
zu vertrauen und ihn so zu fordern, dass sich neue Wege und Ziele eröffnen.
Schon mit dem Wunsch sich mit diesen Bewegungsformen zu befassen beschäftigt man
sich mit der Gestaltung und eventuell auch der Veränderung seines alltäglichen
Lebens. Man stellt sich die Frage: Was passiert mit meinem Körper zur Zeit? Wie
kann ich gesundheitliche Probleme in den Griff bekommen? Wo kommen diese
Beschwerden her? Kann ich mir irgendwie Linderung oder gar Besserung der
Beschwerden schaffen ohne Medikamente einnehmen zu müssen?
Schon bei der
Beantwortung der ersten Fragen, stellen sich darauf wieder neue: Wie sehen die
Veränderungen aus, die ich dadurch anstoße? In welchem Maße beeinflussen sie
mein Leben? Wie wird mein Umfeld darauf reagieren?
Schnell wird klar,
dass hier ein wenig Mut gefragt ist, um den ersten Schritt zu wagen. Egal, ob
ich mich mit Yoga oder dem Laufen beschäftige- es wird meinen Tagesablauf oder
Wochenablauf verändern. Es wird einiges in meinem Leben verändern.
Beim
therapeutischen Laufen steht der Mensch mit seinen individuellen Gaben und
Fähigkeiten im Mittelpunkt. Beim Yoga stellt sich der Mensch selbst für sich in
den Mittelpunkt der Betrachtung. Es ist der Anfang und das Ziel seines Strebens
zu sich selbst zu finden und daraus Stärke und Ausgeglichenheit zu
erlangen.
Resümee
Yoga und Laufen sind zwei wunderbare
Möglichkeiten mit sich und seinem Körper in Kontakt zu kommen. Es bieten sich
vielerlei Schnittpunkte, die es ermöglichen hier eine Verbindung beider
Bewegungsformen her zu stellen. Allein die Idee der Einheit von Körper, Geist
und Seele und die Sehnsucht danach sein Leben in Harmonie und Liebe zu führen
sind beim Yoga als auch beim Laufen das große Ziel.
Von Seiten der
Physiologie des menschlichen Körpers spricht vieles dafür diese beiden
Bewegungsformen mit einander zu verbinden. Während es beim Laufen darauf ankommt
den Stoffwechsel und die Herzkreislauffunktionen in Gang zu bringen und zu
stärken, kann mit den Yogaübungen für eine ausgleichende Mobilität gesorgt
werden. Sehnen, Bänder, Muskeln und Gelenke werden beweglich gehalten oder bei
Menschen mit Bewegungsdefiziten erst einmal sanft in Bewegung gebracht.
Yoga
in Verbindung mit dem Laufen ist die große Chance mit sich in Kontakt zu treten
und ein gesundes Bewegen zu fördern. Ob als Ausgleich oder als Unterstützung,
als Kräftigung oder seelische Stabilität- Yoga bietet alle Möglichkeiten der
Verbindung nicht nur aber auch speziell für Läufer.
Spezielle Übungen
für die Vorbereitung auf das Laufen und trainingsergänzende
Einheiten aus
der Yogalehre
Atemübungen im Yogaunterricht und Atemübungen beim
Laufen
Aufwärmübungen
Dehnübungen für den Rücken, Oberkörper und
die Beinmuskulatur
Kräftigungsübungen für den Brustkorb, Bauch, Rücken
und die Beine und Arme
Gleichgewichtsübungen zur
Konzentration
Koordinationsübungen für eine verbesserte Aktivierung der
beiden Gehirnhälften
Entspannungstechniken und Meditation für die innere
Ausgeglichenheit und
Zufriedenheit, Schöpfen von neuer Energie für den
Alltag

